Fremdevaluation

Begründung und Bericht:

„Die erweiterte Eigenständigkeit der allgemein bildenden Schulen in Baden-Württemberg führt zu einer größeren Qualitätsverantwortung der Einzelschule. In diesem Zusammenhang ist eine Rückmeldung über Stärken und Verbesserungsbereiche sinnvoll, damit die Schule spezifische Maßnahmen zur weiteren Qualitätsentwicklung ergreifen kann. Mit diesem Ziel führt das Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) Fremdevaluationen durch. Auftrag und Aufgabe der Fremdevaluation ist es, die interne Schul- und Qualitätsentwicklung zu fördern und den Schulen durch den professionellen Blick von außen eine differenzierte Rückmeldung zu geben sowie Empfehlungen für die weitere Arbeit vor Ort zu formulieren.

[…] Um der einzelnen Schule gerecht werden zu können, werden ihre spezifischen Rahmenbedingungen ebenso beachtet wie die pädagogischen Ziele und Schwerpunkte, die das individuelle Schulkonzept prägen. Der Bericht bietet eine datengestützte Rückmeldung zu obligatorischen und Wahlpflichtbereichen. In diesem Sinne bedeuten die ausgesprochenen Empfehlungen keine Vorgaben, sondern sind als Impulse für die Weiterentwicklung der Schule zu verstehen. […]

Der Bericht gibt eine Rückmeldung zu 22 evaluierten Merkmalen, deren Entwicklungsstufe zum Zeitpunkt der Fremdevaluation auf einer Viererskala eingeschätzt und mit einem beschreibenden Text erläutert wird. Die vier Entwicklungsstufen sind so definiert, dass die Einschätzung eines Merkmals auf der „Zielstufe“ den Status charakterisiert, der von Schulen angestrebt werden soll. […]

Adressat des Berichts ist die Schule selbst. Die Rückmeldung soll unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen in den Gremien der Schule diskutiert werden und zu anschließenden Entwicklungsschritten führen. […]Dieses Verfahren mündet in eine Zielvereinbarung mit der Schulaufsicht.“ (FEV-Bericht, 2014/15, S. 5)

 

Zusammenfassung der Ergebnisse:

Als Schwerpunkte und Besonderheiten unseres Gymnasiums beschreibt der Bericht:

„Schwerpunkte und Besonderheiten des Gymnasiums Überlingen

[…] Ein breitgefächertes Angebot auch verschiedenster Arbeitsgemeinschaften ermöglicht den Schülerinnen und Schülern eine Spezialisierung auf vielen Gebieten, beispielsweise im musisch-künstlerischen oder im sportlichen Bereich. Ein im Untergeschoss der Schule angesiedeltes Schülerforschungszentrum ermöglicht mit Unterstützung außerschulischer Partner projektorientiertes Arbeiten für technisch interessierte Kinder und Jugendliche. Die Schülerinnen und Schüler nehmen dabei auch immer wieder erfolgreich bei Wettbewerben, beispielsweise bei „Jugend forscht“ teil. Eine starke internationale Ausrichtung erhält das Gymnasium durch die vielen Austauschangebote, u. a. mit Frankreich, Amerika und China. Zahlreiche Angebote zur Berufs- und Studienorientierung helfen den Schülerinnen und Schülern, die für sie passenden Berufsvarianten herauszufinden. Seit kurzem wurde das Gymnasium Überlingen als „Schule mit besonderer Achtsamkeit für chronisch kranke Schülerinnen und Schüler“ zertifiziert.

Stärken der Schule

Die Schülerinnen und Schüler werden aktiv an der Schule eingebunden, sowohl im Unterricht, als auch in der Schülermitverantwortung (SMV). Die SMV der Schule trifft sich in wöchentlichen Sitzungen, durch die Möglichkeit, alle Schülerinnen und Schüler an diesem Gremium partizipieren zu lassen, wird die Zahl der sich für die Schule engagierenden Schülerschaft ständig vergrößert. Ein Sozialcurriculum aus aufeinander aufbauenden Maßnahmen fördert die sozialen und personalen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler. Der professionelle Umgang mit Konflikten an der Schule sowie die zielführende Personalentwicklung, die mit systematischen Fortbildungsangeboten für die Weiterentwicklung der Lehrkräfte sorgt, unterstützen die Weiterentwicklung der Schule. Das kollegiale Miteinander und die häufig praktizierte Teamarbeit der Lehrkräfte ermöglichen ressourcenschonend eine abgestimmte Vorgehensweise.

Entwicklungsfelder der Schule

Absprachen zur Leistungsbeurteilung sind am Gymnasium Überlingen erst ansatzweise vorhanden. Richtungsweisend für die Schule ist das von ihr erstellte Leitbild, das den Eltern sowie der Schülerschaft jedoch wenig bekannt ist.“

(FEV-Bericht, 2014/15, S. 7)

 

 

Untersuchte Merkmale und ihre Bewertung:

22 Merkmale aus 5 Qualitätsbereichen (QB) wurden bewertet. Ergebnis:

Exzellenzstufe: 6 Basisstufe mit Empfehlungen: 4
Zielstufe: 12 Entwicklungsstufe: 0

 

Die Exzellenzstufe (6 von 22 Merkmalen) wird beschrieben für

QB Unterricht:

  • Förderung von sozialen und personalen Kompetenzen
  • Lernförderliches Unterrichtsklima

 

QB Professionalität der Lehrkräfte:

  • Kollegiale Zusammenarbeit

 

QB Schulführung und -management: Führung

  • Entwicklung von Unterricht und Schule
  • Umgang mit Konflikten und Problemen
  • Personalentwicklung

 

Die Zielstufe (12 von 22 Merkmalen) wird beschrieben für

QB Unterricht:

  • Förderung des selbstgesteuerten, aktiven Lernens
  • Förderung von Methoden- und Medienkompetenz
  • Strukturierung der Lehr- und Lernprozesse
  • Schulorganisatorische Maßnahmen zur Gestaltung der Lehr-/ Lernprozesse
  • Rückmeldepraxis zum Lernstand und Lernfortschritt

 

QB Professionalität der Lehrkräfte:

  • Umgang mit beruflichen Anforderungen, innerschulische Arbeitsbedingungen

 

QB Schulführung – Verwaltung und Organisation:

  • Arbeitsläufe und Prozesssteuerung
  • Einsatz von Ressourcen

 

QB Schul- und Klassenklima:

  • Schulleben, Schule als Gemeinschaft

 

QB Qualitätssicherung und –entwicklung:

  • Pädagogische Ziele der Schule
  • Steuerung der schulischen Qualitätsentwicklung
  • Umgang mit Ergebnissen

 

Zu 4 Merkmalen (Basisstufe) hat die Kommission Entwicklungsempfehlungen als Impulse gegeben, welche insbesondere GLK und Schulkonferenz diskutiert, wobei Eltern und Schüler einbezogen wurden:

  • Die Kriterien zur Leistungsbeurteilung in allen Fächern abzustimmen und bekanntzugeben, also den begonnen Prozess konsequent fortzusetzen [QB Unterricht/Leistungsmeldung]. Die Kommission hat die Daten vor dem Fachschaftstag erhoben, der zu diesem Thema stattgefunden hat. An diesem Prozess arbeitet das Lehrerkollegium in diesem Schuljahr besonders.
  • Differenzierungsangebote auszuweiten [QB Unterricht/Lehr-/Lernprozesse]
  • Individualfeedback (Schüler-Lehrer-Feedback und kollegiale Hospitation) beizubehalten, bzw. zu erweitern und die gezogenen Konsequenzen mit den Schülern stärker zu thematisieren [QB Qualitätssicherung]
  • Die zur Schulführung bereits konsequent genutzten Schulziele stärker in der Schulgemeinschaft zu kommunizieren und zu einem Slogan zusammenzufassen [QB Qualitätssicherung]
  • Den Schülerwunsch nach einem Schulnamen aufzugreifen [QB Schul- und Klassenklima]

(vgl. FEV-Bericht, 2014/15, S. 8-58)

 

Konsequenz: Zielvereinbarung

Als Konsequenz hat der Schulleiter nach Beteiligung der GLK und der Schulkonferenz im Beisein des ÖPR-Vorsitzenden im Namen der Schule mit dem Regierungspräsidium eine Zielvereinbarung geschlossen, welche zentrale Schulentwicklungsziele bis einschl. 2019/20 festlegt:

  1. Abgestimmte Kriterien zur Leistungsmessung und Rückmeldung der Noten in allen Fachschaften sind schriftlich festgelegt und den Betroffenen bekannt.
  2. Es gibt binnendifferenzierte Angebote in allen Unterrichtsfächern verschiedener Klassenstufen.
  3. Individual-Feedback [= Schüler-Lehrer-Feedback, kollegiale Hospitation] wird regelmäßig im Schuljahr durchgeführt und kommuniziert; und daraus werden Konsequenzen abgeleitet.
  4. Die Schulziele sind der Schulgemeinschaft bekannt und sind zu einem Slogan („Claim“) verdichtet.

 

Lesen Sie hier die Zielvereinbarung.

Zeitungsbericht zum Thema Fremdevaluation