Bergsport Klettern

Für alle, die gerne einmal hoch hinaus möchten, bietet die Bergsport-AG unserer Schule eine ideale Möglichkeit.

Einmal in der Woche erhalten SchülerInnen der Klassenstufe 9-KS2, unter Leitung von Herrn Aigner, die Möglichkeit, an der nahegelegenen Kletterwand ihre Kräfte auszutesten und ihre Fertigkeiten im Klettern zu verbessern.

Toprope, Sichern oder Vorstieg. Auf vielfältige Weise lernt man hier Techniken des Sicherns und Kletterns und erhält wichtiges Wissen über den Bergsport.

Teamwork und Vertrauen spielen in diesem Sport eine wichtige Rolle, so herrscht in dieser AG auch stets ein gutes und vertrauensvolles Miteinander unter den Schülern. Man lernt Verantwortung für sich und andere zu übernehmen und überwindet so manche innere Hürden.

Herrn Aigners Gewissenhaftigkeit und seine Begeisterung, mit der er beim Klettern dabei ist, halten die Gruppe zusammen und motivieren einen sogar bei eisigen Temperaturen dazu, die Kletterwände zu bezwingen.

Der Spaß kommt hierbei auch nie zu kurz und der Kreativität sind wenig Grenzen gesetzt. Ob man nun den Großteil der Griffe versucht wegzulassen, sich im Klettern mit nur einem Bein oder nur einer Hand versucht oder im Sturztraining die eigene Angst überwindet. Anspruch und Spaß liegen hier in einem perfekten Gleichgewicht.

Die AG verfügt über ein eigenes Repertoire an Seilen, Gurten, Expressen und vielen anderen wichtigen Dingen, die den Schülern zur Verfügung gestellt werden.

Um die eigenen Fähigkeiten dann auch mal am Felsen austesten zu können, findet am Ende jeden Schuljahres eine mehrtägige Exkursion in ein richtiges Klettergebiet statt. Das ganze Jahr an der Kletterwand dient zur Vorbereitung für dieses Abenteuer und die gesamte Gruppe fiebert diesem Ereignis freudig entgegen.

geschrieben von Hanna Rosebrock

 

„Stand – Seil ein – Seil aus – Nachkommen“
Diese Rufe können wir alle nach unserer sechstägigen Kletterexkursion im Schlaf. Vom 07.05.2015 bis zum 12.07.2015 hingen wir im Klettergebiet von Ponte Brolla im Maggia Tal in den Felswänden, ließen uns von der Sonne grillen und färbten mit Magnesia die Wände weiß.
Am Abreisetag trafen wir uns alle an der Schule, um gefühlte Tonnen von Seilen, Karabinern, Expressen, Gurten und teilweise zu engen Kletterschuhen in einen alten VW Bus und zwei weitere Autos zu laden. Nicht ganz sicher, ob der Bus die Reise überleben würde, sind wir dann losgefahren und haben gleich einmal die erste Person vermisst. Wie sich herausstellte, saß diese in einem anderen Auto als abgemacht.

Nach einer lauten, von den Jungs gesanglich unterstützten Fahrt (das Gesangsrepertoire bestand aus ungefähr zwei Liedern) kamen dann alle irgendwann auf dem Campingplatz in Gordevio an.
Ein Teil der Gruppe hatte, zur Freude der anderen, die Zelte bereits aufgebaut und erwartete den Rest der Gruppe.

Das Erste, was wir morgens (6:30 Uhr) gehört haben, waren die lautstark leisen Unterhaltungen der Frühaufsteher („Warum ist der Himmel blau“?), gefolgt vom Glockenläuten der nächsten Kirche. Zum Frühstücken quetschten wir uns zu vierzehnt in das „größte“ Zelt, was aber in Anbetracht der Morgentemperaturen sehr kuschelig und angenehm war.
Für manche standen nun die ersten Erfahrungen mit Felswandkletterei an und so starteten wir, mit Seilen und Klettermaterial bepackt, zu den Felsen.
Nach einer kleinen Wanderung durch ein Gewirr von Trampelpfaden und gelegentlichen Umwegen standen wir schließlich in voller Klettermontur am Fuße des Felsens.

Um uns an die Reibungskletterei, welche in diesem Gebiet überwiegend gefordert wurde, zu gewöhnen, begannen wir mit eher einfachen Touren. Eine Zeit lang hielt das Wetter und die Sonne schien sehr warm vom Himmel, bis ein Gewitter aufzog und uns von den Felsen scheuchte. In der allgemeinen Hektik wurden die Seile nicht ganz so perfekt aufgeräumt, wie sonst in der AG üblich (oder auch nicht).
Am darauffolgenden Tag steigerten wir den Schwierigkeitsgrad der Klettertouren auf 4 bis 5 (auf einer Schwierigkeitsskala von 1 bis 9). Manche von uns hatten die geniale Idee, die längste Tour (ca. 250m) bis auf den Gipfel zu klettern. Manche der Seile waren leider ein bisschen störrisch und haben die Kletterei ein wenig erschwert. Nachdem wir den Gipfel erreicht hatten, genossen wir den schönen Blick auf den Lago Maggiore und die umliegenden Berge. Leider dauerte diese Pause nur kurz, da die Anderen bereits am Fuße des Berges auf uns warteten. Nach 250 Metern Abseilen, in mehreren Etappen, konnten wir endlich etwas trinken. Das Abseilen nach einer langen Klettertour machte dabei allen sehr viel Spaß und ist wohl bei vielen auch einer der Lieblingsparts beim Klettern.
Das Wetter blieb auch weiterhin sehr warm, weshalb wir uns in unserer Mittagspause in der 12 (gefühlten 5) Grad kalten Maggia abkühlten. Nachdem Herr Aigner mutig einen der 12 Meter hohen Felsen heruntergesprungen war, mussten sich die Jungs natürlich, um sich vor den Mädchen zu beweisen, ebenfalls hinunterstürzen.
Die Mädchen sonnten sich derweilen auf den warmen glatten Felsen und fotografierten die springenden (und schreienden) Jungs. Nach einer teils erholsamen, teils nervenaufreibenden Pause ging es zurück an den Fels. Da bereits die meisten Kraftreserven aufgebraucht waren und unsere Füße von den engen Schuhen wehtaten, widmeten wir uns den einfacheren Routen.
Nachdem unsere Kraft auch hierfür nicht mehr ausgereicht hatten, fuhren wir zurück zu unseren Zelten (mittlerweile konnten die Jungs sogar teilweise den Text ihrer Lieder).
Eine weitere Lieblingsbeschäftigung der Jungs war das Geocaching. Hierbei geht es darum, kleine Behälter, die von anderen Leuten versteckt wurden, mit Hilfe der Koordinaten wiederzufinden. Um diese Cachs zu finden, schreckten sie auch nicht vor einem spät abendlichen Bad in der „reißenden Strömung“ der kalten Maggia zurück. Herr Aigner kam aus Neugier mit und hatte ebenfalls viel Spaß beim Suchen der kleinen Dose.
Am Morgen unseres letzten Tages bauten wir die Zelte ab und stießen dabei auf riesige Ameisenkolonien, die es sich unter unseren Zelten gemütlich gemacht hatten. Nachdem die Autos erneut vollgepackt waren, kletterten wir zum Abschied noch einmal alle zusammen auf den Gipfel und schleppten unser Mittagessen in Rucksäcken mit. Die Schokolade litt sehr unter der starken Sonneneinwirkung, verlor aber zum Glück nichts von ihrem Geschmack.
Diese Sonneneinstrahlung führte ebenfalls zu sehr interessanten Körperbemalungen bei manchen Teilnehmern der Exkursion.

Nach einer erneut sehr musikalischen Rückfahrt (die Jungs haben sich tatsächlich ein klein wenig verbessert) erreichten wir müde und glücklich Überlingen und freuten uns nach sechs Nächten Isomatte auf unsere warmen, weichen Betten.

Wir hatten während dieser Ausfahrt wirklich alle unglaublich viel Spaß, haben tolle Erfahrungen gemacht und sind sehr froh darüber, die Möglichkeit zu solch einem Abenteuer gehabt zu haben. Vielen Dank dafür, Herr Aigner!!!

Sarah Brändle, Tobias Dingler, Hanna Rosebrock

>> zum Artikel