Schulcampus

Schulcampus

Zwischen Gymnasium und Realschule soll ein Schulcampus entstehen. Doch wie wird dieser aussehen? Noch vor der Sommerpause will Baubürgermeister Mathias Längin ein konsensfähiges Konzept vorstellen.

campusNur bedingt nutzbar ist die Baustelle nach dem Rückbau der Sporthalle St. Johann in der aktuellen Form. Um die Fläche vorübergehend freigeben zu können und Gefahren für Schüler auszuschalten, soll die Böschung noch bearbeitet und auf der ganzen Fläche eine Blumenwiese eingesät werden, wie Oberbürgermeisterin Sabine Becker, Baubürgermeister Matthias Längin (rechts) und Planer Gerald Goldbach jetzt erläuterten. Frühestens im Herbst 2016 kann nach einem Konsens über die Campus-Struktur sowie Ausschreibung und Planung der Sporthalle mit einem Spatenstich gerechnet werden. Bild: Hanspeter Walter

Tabula rasa ist jetzt nach dem Rückbau der Sporthalle auf dem Gelände zwischen Gymnasium und Realschule. Ganz neue Blickbeziehungen öffnen sich und Potenziale der räumlichen Vernetzung eines künftigen Schulcampus werden erkennbar. Wie der aussehen soll, welche Elemente neben einer neuen Sporthalle und einer Mensa notwendig sind, ist noch nicht endgültig ausgemacht.

Gestern Abend brüteten wieder einmal die Köpfe des kleineren Lenkungsausschusses und später des größeren Arbeitskreises, in dem neben Verwaltung und Gemeinderat auch die Schulen und Vereine vertreten sind. Noch vor den Sommerferien glaubt Baubürgermeister Matthias Längin eine konsensfähige Campus-Lösung im Gemeinderat öffentlich vorstellen und beraten zu können. Erst wenn der Bedarf geklärt, die Flächen verteilt und die Visionen mit dem Finanzierungspotenzial abgeglichen sind, kann es an die Ausschreibung und Planung der neuen Sporthalle gehen.

Da ein Baubeginn vor Herbst 2016 vor diesem Hintergrund nicht realistisch erscheint, muss das frei geräumte Gelände bis dahin abgesichert werden. Über die notwendige Zwischenetappe informierten Oberbürgermeisterin Sabine Becker, Baubürgermeister Matthias Längin und der zuständige Planer Gerold Goldbach jetzt an Ort und Stelle. Zufrieden zeigten sie sich, dass Abriss und Rückbau der Sporthalle termingerecht abgeschlossen worden seien. Gleich in einem Aufwasch hat die Stadt das alte Wohngebäude Rauensteinstraße 7 beseitigen lassen, das zwischen den Schulen an der Sporthalle gestanden hatte. Das angesetzte Budget von 220 000 Euro für den Rückbau könne voraussichtlich unterschritten werden, hieß es. „Wir möchten den Schulen und den Anwohnern für das Verständnis danken, mit dem sie Lärm- und Staubentwicklung ausgehalten und ertragen haben“, betonte Sabine Becker bei der Zwischenbilanz.

Vor dem Wiederaufbau wird es aus dieser Perspektive aus den genannten Gründen zunächst eine kleine Verschnaufpause geben. Im derzeitigen Zustand könne man das Gelände allerdings nicht einfach freigeben, betonte Gerold Goldbach. Dazu berge es zu viele Gefahrenpotenziale für die Schüler. Vor einer Entfernung des Bauzaunes wird die steile Böschung noch etwas planiert, der Boden auf der Fläche bearbeitet und eine Blumenwiese eingesät, die von den Schulen anschließend temporär genutzt werden kann. Das 4500 Quadratmeter große Gelände könne man nicht brach liegen lassen, da es aufgrund der vorausgegangen Nutzung und Bodenverdichtung zu Stauwasser kommen könne.

Auch eine alternative Ausweisung als provisorischer Parkplatz habe das Bauamt geprüft. Aus Kostengründen mache dies allerdings keinen Sinn, betonte Baubürgermeister Längin. Die Einsaat einer Wiese habe sich als wirtschaftlich günstigste Übergangslösung herauskristallisiert. Sie könne von der Stadtgärtnerei mit relativ geringem Aufwand gepflegt werden. Für Gelände- und Bodenbearbeitung, Einsaat und Pflege rechnet Gerald Goldbach mit Kosten von rund 110 000 Euro. Nach einer Entscheidung über das Campus-Konzept muss der Bau der Sporthalle aufgrund von Investitionsvolumen und Honorarumfang über ein VOF-Verfahren ausgeschrieben werden.

Für den Neubau einer reinen dreiteiligen Sporthalle ohne Versammlungsstättencharakter glaubt Baubürgermeister Längin mit rund 5 Millionen Euro auskommen zu können.

Das Ende einer Sporthalle

Seit April 2013 war die Ende der 1970er Jahr erbaute Sporthalle St. Johann gesperrt gewesen und konnte nicht mehr für den Schulsport genutzt werden. Das Dach war undicht, die Leimbinder in Mitleidenschaft gezogen. Nach mehreren Gutachten über die Kosten für eine mögliche Sanierung konnte sich der Gemeinderat noch im Februar 2014 nicht zwischen einem Abriss und einer Reparatur entscheiden.
Im Sommer 2014 neigte sich die Waag-schale zu einem Neubau in Verbindung mit einem Schulcampus. Ende Januar 2015 begann nun die Vorbereitung des Geländes, im März der Abriss des Bestands. Insgesamt 16 500 Kubikmeter an Material fielen beim Rückbau der Halle an. Die Entsorgung wurde durch den Landkreis überwacht. Rund 90 Prozent konnten entweder recycelt oder thermisch verwertet, sprich verbrannt, werden. (hpw)