Austausch

Über die Austausch-Erlebnisse gibt es immer etwas zu berichten:

 

Wann?
von Mitte Oktober bis Anfang November; eine Woche Herbstferien sind darin enthalten, d.h. es fallen 2 Wochen Unterricht aus.

Wo?
North Fayette Valley High School in West Union, Iowa, ca. 2800 Einwohner, mitten im ländlichen Iowa, dem sog. Heartland der USA. Es kann sein, dass Teilnehmerinnen oder Teilnehmer unweit von West Union in angrenzenden Orten untergebracht sind, je nach Wohnort der Gasteltern.

Bei wem?
Bei den Gasteltern in der Familie. Die Jugendlichen werden Teil der Familie und sollen sich dort fühlen und benehmen wie zu Hause.

Was gibt es zu tun?
Teilnahme am Unterricht der High School an den sog. „school days“ UND Durchführung eines Projekts über ein landeskundliches Thema, das in der Region virulent ist: American Dream, Einwanderung, Energie, Landbau. Dazu sind Interviews und Recherchen notwendig, die wir gemeinsam abstimmen und durchführen. Dieses Projekt läuft parallel zum Schulbesuch, meistens in den Nachmittagsstunden; es kann auch sein, dass ein ganzer Tag mit Besuchen von themenbezogenen Einrichtungen oder Orten verbracht wird.(Siehe: Was sonst? unten) Die „school days“ müssen 1o Tage sein. Abschluss ist eine Präsentation in der High School und/oder eine Bearbeitung von Präsentationen für die Klassen 10-12 am Gymnasium, da diese Themen Oberstufen-und Abiturthemen sind. Fahrten mit dem Bus in Iowa können auch in andere Bundesstaaten führen; sie sind jedenfalls in der Regel länger als bei uns.
AUßERDEM: Es gibt zum Abschied aus West Union am letzten Samstag oder Sonntag vor der Heimreise ein „German – American VOLKSFEST“, bei dem alle Beteiligten Schülerinnen und Schüler einen netten Abend zusammen haben und im großen Saal der High School ein etwa einstündiges Unterhaltungsprogramm geboten wird. Dieses Programm bestreiten die deutschen und die amerikanischen Jugendlichen. Dafür sind alle Arten von Darbietungen geeignet: Sketche, Lieder, Tanz, Instrumentalmusik, Gedichtvortrag (lieben die Amerikaner und proben wir dort zusammen), Turnen, Sport…alles geht! Für diesen Anlass empfiehlt sich Schwarz-Weiß, bzw. Hell-Dunkel als Kleidung. Hemd, Bluse, Hose, Rock, Kleid, Schuhe, der halboffiziellen Art werden sehr gerne getragen und gesehen.

Was sonst?
Es gibt Trips in die Umgebung, Besuche von historischen Stätten, Besuche von Universitäten, Colleges, Historical Centers, Interviews mit Menschen verschiedenster Herkunft und jede Menge neue Erfahrungen und das Kennenlernen des American Way of Life jenseits aller Filmklischees, sondern in einer herzlichen Atmosphäre, auf die die Gasteltern in Iowa seit nunmehr über 30 Jahren stolz sind. In West Union ist Überlingen ein Begriff, auf den die Leute dort stolz sind, denn es ist IHRE Stadt in Deutschland, weil schon manche Eltern der Gastpartner unter Umständen bei uns waren und nun ihre Kinder zu uns schicken.

Was kostet es?
Flugkosten und Beteiligung an den Kosten für den Gegenbesuch in Höhe von insgesamt ca. 1400 Euro (abhängig von den Flugkosten) sind realistisch. Der Flug ist eine Größe, die variabel ist. (Die bisherigen Preise schwankten zwischen 800€ und 900€) .Je nach Abflugairport kommen 50 € Transfer dorthin und zurück dazu, so z.B., falls Zürich Abflugairport ist. Zusätzlich zum Flug kommen 350 Euro für die Kosten des Gegenbesuchs in Betracht, denn Ausflüge in Iowa mit dem Bus in die nähere und weitere Umgebung kosten Geld und die Amerikaner zahlen diese Dinge in Amerika für unsere Jugendlichen auch aus eigener Tasche. Außerdem sind für Hotel und Aktivitäten in Chicago vor dem Rückflug erfahrungsgemäß ca. 100 Euro fällig.

Was ist sonst noch wichtig?
Da wir den genauen Termin des Gegenbesuchs noch nicht wissen können, müssen alle Teilnehmer bereit sein, im Zeitraum zwischen März und Mitte Juni des Folgejahres unseres Besuchs in West Union für ihre amerikanischen Austauschpartner da zu sein. Das heißt, dass niemand wegen Urlaubs- oder anderen Plänen in dieser Zeit abwesend sein und die Gäste sich selbst überlassen kann.
Die ist unerlässlich, weil wir Aktivitäten planen, bei denen die ganze Gruppe, nicht nur die amerikanischen Gastschülerinnen und -schüler zusammen etwas unternehmen und weil die Gäste in der Regel kein Deutsch oder nur sehr wenig sprechen und deshalb nicht sich selber überlassen werden können. Von Fragen der Gastfreundschaft brauchen wir nicht zu sprechen, die sind allen klar.
Wir sind uns bewusst, dass dies eine Härte ist, aber der Terminplan der Amerikaner erfordert dies und das Genannte sind die Möglichkeiten der Zeitplanung.

Wer darf mit?
Die Bewerbungsphase beginnt in der Regel etwa im März der 9. Klasse, je nach Stand der Entscheidungen in West Union, da wir wissen müssen, wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer Gasteltern haben werden.
Da wir erfahrungsgemäß mehr Bewerberinnen und Bewerber als Plätze haben, entscheidet letztlich das Los über die Auswahl der Teilnehmer, wenn alle Bewerber/innen geeignet sind. Ausschlusskriterien für die Teilnahme am Austausch sind Schulverweise in der Stufe oder ähnlich schwerwiegende disziplinarische Probleme. Die schulischen Leistungen spielen dann eine Rolle, wenn es wegen des Unterrichtsausfalls in den Herbstferien zu ernsten Problemen kommen kann.
WICHTIG: Es ist schon so gewesen, dass die Amerikaner Gasteltern haben, die ihrerseits aber keine Kinder haben oder aber deren Sprößling ein Mädchen ist, bei dem ein Junge als Gast kommt oder anders herum. Das bedeutet, dass es keine Garantie und keinen Anspruch darauf gibt, einen gleichgeschlechtlichen Austauschpartner zu haben. Ebenso kann es sein, dass aus verschiedenen Gründen der Gegenbesuch nicht klappt wegen Krankheit, Umzug der Eltern, Arbeitslosigkeit… In diesem Fall gilt ebenso, dass es keinen Anspruch darauf gibt, dass trotzdem der Gegenbesuch klappt (ist ja auch logisch). ABER: Auch für diejenigen, die keinen Gegenbesuch bekommen, ist die Zeit des Gegenbesuchs und die Teilnahme an Aktivitäten sowie die Kostenbeteiligung von ca. 350€ so verbindlich wie unter WAS IST SONST NOCH WICHTIG? genannt.

Was tun vor dem Austausch?
Nach Auswahl der Teilnehmer (und einer Nachrückerliste) gibt es einen detaillierten Bewerbungsbogen mit Foto und Angaben zur Person, damit wir die Partner finden können. Danach folgen mehrere Informationstreffen mit den Schülerinnen und ein bis zwei Infotreffen mit den Eltern.
Die Infotreffen bereiten den Besuch vor und enthalten Landeskunde, Ortskunde, Besonderheiten und Details zum Projektthema. Es werden ab Bekanntgabe der Teilnehmerliste (in der Regel Anfang bis Mitte Mai) etwa 7-10 Treffen angesetzt, bei denen die Teilnahme verbindlich ist. Diese Treffen finden je nach Stundenplan von 13-14:00 Uhr statt.
WICHTIG: Für die Arbeit am Projekt und die Partnerfindung ist es sinnvoll, via SKYPE mit den Amerikanern zu kommunizieren. Dies ist ein ausdrücklicher Wunsch der Schule in West Union. Andere Social Media sind natürlich nicht ausgeschlossen.
Die Schule verfügt über PCs, Laptops und WLAN, Kommunikation mit zuhause und mit den Gasteltern ist in aller Regel auch über WLAN der Gasteltern möglich.
Aus gegebener Erfahrung möchten wir darauf hinweisen, dass die Benutzung von Handys während der Schultage zwar möglich ist, aber nur für unterrichtliche Zwecke. Da die individuelle Handybenutzung immer auch sozial vereinzelt, ist es uns sehr wichtig, diese Handynutzung in der Öffentlichkeit bei sozialen Gelegenheiten wie Schule, Trips, Besichtigungen und Veranstaltungen möglichst nicht wahrzunehmen, denn sie signalisiert dem Gegenüber ein gewisses momentanes Desinteresse, das bei einem Austausch ein merkwürdiges Signal ist.

Travelling to Iowa:
„Good morning Ladies und Gentlemen. Hier spricht ihr Pilot. Aufgrund eines Problems mit bestelltem Essen hat der Flug nach Chicago circa eine halbe Stunde Verspätung.“
Der Grund für diese Verspätung? Unsere Austauschgruppe! Irgendwo, auf dem Weg von der Ticketbuchung hin zum Flughafen, hatte es wohl ein kleines Missverständnis bezüglich des Mittagessens gegeben. Aus irgendeinem Grund wurde für unsere gesamte Gruppe koscheres Essen bestellt. Da die Zubereitung bei koscherem Essen ein wenig komplizierter ist, konnte der Flug erst später als eigentlich geplant starten. Einen Vorteil hatte dieses Missverständnis allerdings – wir kamen alle in den Genuss koscheren Essens!
Endlich startete das Flugzeug dann und circa zehn Stunden später berührten wir amerikanischen Boden. Von Chicago aus ging die Reise dann nochmal ungefähr fünf Stunden weiter, aber diese Mal in einem der berühmten gelben Schulbusse.
Nach einer langen und holprigen Busfahrt hielten wir dann ziemlich müde, aber immer noch aufgeregt vor der Highschool in West Union an und wurden wortwörtlich mit Posaunen und Trompeten empfangen. Nachdem alle ihre amerikanischen Familien gefunden hatten, ging es dann auch bald nach Hause und bei den meisten auch ziemlich schnell ins Bett.

North Fayette Valley Highschool:
Iowa1   Den ersten vollständigen Tag begleiteten wir unsere Austauschpartner in den Unterricht. Die an sich nicht sehr große Schule ( 300 Schüler) hat ein vergleichsweise enorm großes Angebot an Instrumenten. Die Schulband probt jeden Morgen und die Marchingband, die bei den Footballspielen für die musikalische Unterhaltung sorgt, probt auch bei eisigen Temperaturen draußen ihre Formationen, während wir frierend und beeindruckt zuschauen.
Die Klassenzimmer sind um einiges gemütlicher als bei uns, da jeder Lehrer sein eigenes Klassenzimmer hat und es nach Belieben gestalten kann. Der Mathelehrer beispielsweise hat seinen eigenen Kühlschrank im Klassenzimmer aufgestellt.
Die Mittagspause dauert, anders als bei uns, nur fünfundzwanzig Minuten, in der gerademal genug Zeit zum Essen bleibt.

„NFV – NFV – TigerHawks – TigerHawks – Victory!!!“ :
Der Anfeuerungsruf der Footballfans.
Auf keinen Fall fehlen durften die Footballspiele, von denen es während unseres Aufenthalts zum Glück ein paar gab. Warm angezogen saßen wir alle auf den Tribünen und feuerten die TigerHawks, die Mannschaft der Schule, an. Dabei waren wir mit mehr Enthusiasmus dabei als so mancher Amerikaner. Wer Glück hatte, bekam sogar für das Spiel von einem der Footballspieler das Auswärtstrikot geliehen. Das hätten wir natürlich am liebsten behalten, aber die Spieler brauchten es schließlich noch für andere Spiele.
Die Footballspiele waren für ganz West Union ein großes Ereignis. Für jedes Spiel gab es ein eigenes Prospekt mit Angaben zu den Spielern und jeder Menge Werbung. Die Tigerhawks bekamen sogar einen eigenen Teil in der Zeitung, da sie eine sehr gute und erfolgreiche Mannschaft sind.
Als die Tigerhawks tatsächlich im All State Final standen, saßen wir bereits wieder in Deutschland, alle vor unseren Computern, und schauten uns die Liveübertragung an.

Mall of America:
Iowa2Eine der größten und meist besuchten Shopping Malls in America und ein „must see“ für uns.
In dieser Mall konnte man Stunden zubringen und von einem Geschäft in das andere laufen und wenn man gewollt hätte, dann hätte man in dem Indoor-Freizeitpark Achterbahn fahren können. Sogar einen Lindt-Schokoladen-Store gab es, vermutlich größer als die Läden, die bei uns zu finden sind.  Ein paar von uns wurden während unserer Shoppingtour von einer sehr netten Polizistin „festgehalten“, da es für Minderjährige nicht erlaubt war, nach einer bestimmten Uhrzeit alleine in der Mall herumzuspazieren. Das wussten wir zwar nicht, aber so kamen wir in den Besitz eines Fotos mit einer echten amerikanisches Polizistin.
In Deutschland gibt es ja häufig schon Weihnachtsartikel lange Zeit vor Weihnachten, aber in Amerika gibt es schon im Oktober singende Weihnachtsmänner- mitten in der Mall.

Travelling  through cornfields:
Oh ja, Maisfelder gab es wirklich viele. Stellen sie sich eine kleine Stadt mit vielleicht 2600 Einwohnern vor, inmitten von Maisfeldern. In alle Richtungen Kilometer um Kilometer Maisfelder. So ungefähr sah es in und um West Union aus. Aber das war keineswegs langweilig oder dergleichen. Mal ehrlich, wer ist schon mal mit einem Yellow Schoolbus auf einem Maisfeld herumgefahren, saß in einer der riesigen Erntemaschinen und hat heiße Schokolade getrunken?

Auch haben wir einige Universities und Colleges besucht. Das Luther College, mit seiner riesigen Sportanlage oder die Upper Iowa University, mit der besten und größten Cafeteria, die man sich vorstellen kann. Und wir durften dort gratis essen -  so viel wir wollten!
Ein sehr netter Besuch ging in das Museum von West Union, in dem die Mädchen sogar original Hüte anziehen durften und sich wie die Damen im früheren Amerika gefühlt haben. Na ja, wenn man von unseren 21. Jahrhundert-Klamotten mal absieht

Campfire and Halloween:
Eine gute Zeit hatten wir uns da ausgesucht. Es war nämlich gerade Halloween und aus Amerika kommt dieser Brauch ja ursprünglich. Da durfte auch eine schöne Halloweenparty nicht fehlen.
Was passt besser in diese Zeit des Jahres als ein richtiges Lagerfeuer! So kamen wir auch in den Genuss eines echten Campfire, mit Marshmallows in Schokolade. Mhhm!

The German-American Volksfest:
Iowa3So schnell ist die Zeit vorbeigegangen, dass plötzlich schon der Abschied vor der Tür stand.
Das Volksfest, das auch bei den vorherigen Austauschen schon stattfand, brachte noch einmal alle zusammen - Schüler, Eltern, Lehrer, Geschwister und Freunde.
Sowohl wir als auch unsere amerikanischen Austauschpartner hatten sich kleine Darbietungen für diesen Abend überlegt. Musik, Gedichte und Gesang füllten den Abend und der Gesang mancher amerikanischen Schüler – Wow!

Chicago – the windy city:
Zu Recht wird Chicago „The windy city“ genannt, denn Wind gab es hier tatsächlich reichlich.  Nach einem Abschied, der allen ziemlich schwerfiel, sind wir zurück Richtung Flughafen gefahren, sprich Richtung Chicago, wo wir noch knappe zwei Tage verbringen wollten.
Iowa4Unsere erste Station war eine Führung im Baseballstadion Chicagos. Auch wenn wir leider keine Berühmtheiten getroffen haben, haben sich der Blick in den VIP-Bereich und die Aussicht auf das große Spielfeld wirklich gelohnt. Zumal auch Baseball, wie Football, eine Sportart ist, die in Deutschland eher weniger verbreitet ist. Danach ging es weiter zum Chicago Skydeck- einem Wolkenkratzer, an dem ganz oben seitlich an der Fassade Glaskästen angebracht sind, durch deren Glasböden man senkrecht nach unten schauen und nur hoffen konnte, dass das Glas hält. Nichts für Leute mit Höhenangst.
Weiter ging’s zu einer Bootstour auf dem Michigansee mit einem genialen Blick auf die Skyline Chicagos. Jedem, der den Film „Die Bestimmung“ gesehen hatte, kam das Riesenrad am Ufer des Sees verdächtig bekannt vor und auch die gelben, über den Straßen verlaufenden Zuggleise, erinnerten sehr an die ein oder andere Szene des Films.
Wenn man schon in einer Stadt wie Chicago ist, dann möchte man natürlich auch „shoppen“ gehen, soweit es der Geldbeutel zulässt, und das am liebsten in der „Magnificent Mile“. Dafür hatten wir zum Glück auch genügend Zeit. Bei all den tollen Geschäften entlang dieser Straße war der große AppleStore bei uns allen am beliebtesten.
Um nicht zu verhungern, gingen wir gegen Abend zusammen in eine Pizzeria. Eigentlich sind Pizzerien ja nicht sehr erwähnenswert, aber diese war ganz schön besonders. Angefangen beim Design der Räume. Alles war bemalt mit Tipex und Leuchtfarben. Ungefähr so, wie manch ein Schultisch aussieht, allerdings noch um ein Vielfaches bunter. Dann natürlich die Pizza selbst, die sich von unseren Pizzen in Deutschland sehr unterscheidet. Aber das eigentlich Besondere war die Berühmtheit dieser Pizzeria. Eine der bunten Wände war eine richtige Wall of Fame, mit Bildern und Unterschriften von vielen berühmten Persönlichkeiten, die schon einmal in dieser Pizzeria gesessen haben. Weltstars wie Micheal Jackson bis hin zu Leonardo di Caprio haben hier schon gegessen. Wer weiß -  vielleicht saßen wir ja auf einem Stuhl, auf dem schon Leonardo di Caprio gesessen hat?
Noch viel schöner als bei Tag ist die Stadt bei Nacht - vor allem aus einem Hochhaus von oben betrachtet. Der Blick aus dem Hangcocktower auf die leuchtende Stadt hat uns alle beeindruckt.
Der Besuch im Hardrock- Café durfte selbstverständlich auch nicht fehlen.
Und dann war unsere Zeit in Amerika auch schon fast zu Ende und am nächsten Tag wartete der Flieger auf uns, der uns „back to Germany“ brachte.

Christin Nothnagel, Andrea Jäger-Waldau, Hanna Rosebrock

31. März 2014, Montagmorgen 5 Uhr:
Brest3 Normalerweise ist es nicht unsere Lieblingsbeschäftigung, um diese Uhrzeit schon mit gepackten Koffern am Bahnhof zu stehen, aber richtig gut geschlafen hatte in dieser Nacht sowieso niemand. Sei es wegen der Aufregung oder wegen eines noch nicht vollständig gepackten Koffers. Die Zugfahrt nach Brest war etappenweise sogar eine sehr sportliche Angelegenheit. So manch einer hatte am Tag danach vom Kofferschleppen durch den Pariser Untergrund noch Muskelkater.
Nach einem freudigen Wiedersehen mit unseren Austauschpartnern in Brest gingen wir in unsere Familien, bis wir uns am nächsten Morgen um 8 Uhr am Lycée Kerichen wieder zusammenfanden.

Dienstag, 1. April 2014
Bei der Stadtrallye  standen wir zwischenzeitig vor dem Problem, den Stadtplan falsch gelesen zu haben, aber da am Nachmittag die gesamte Gruppe am Militärhafen von Brest eintraf, hielten wir die Karten schlussendlich doch noch richtig herum.
Der Besuch im Militärhafenbesuch (Arsenal) war sehr interessant, auch wenn wir mit dem Fachfranzösisch gelegentlich überfordert waren.

Mittwoch, 2. April 2014
An diesem Tag bekamen wir einen Eindruck vom Schulalltag in Frankreich.
Fazit: Wir haben die Schule in Deutschland vermisst.
Da der Mittwoch der einzige mittagschulfreie Tag ist, konnten wir den Nachmittag auf unterschiedliche Weise mit unseren Austauschpartnern verbringen.

Donnerstag, 3. April: Aberküste
Brest2Leuchtturmbesichtigung an der Pointe St. Mathieu, Algenmuseum, bretonisches Tanzen in Porspoder und... rohe Muscheln:  Neben dem gewöhnlichen Fußfischfang versuchten sich manche von uns am darauffolgenden Tag als Gourmet und probierten angeleitet von Jo und Gaby, zwei waschechten Bretonen, rohe Muscheln direkt vom Felsen. Bis dahin hatte es keiner für möglich gehalten, dass solche Muscheln roh essbar sind. Die Reaktionen fielen sehr unterschiedlich aus. Die Ausrufe liegen auf einer Skala von lautstarkem Ekel bis zum neuerklärten Lieblingsessen.

Freitag, 4. April 2014
Rade de Brest: Nach einem Spaziergang durch Brest, der fast einer Wanderung gleichkam, machten wir in der Bucht von Brest eine windige Bootsfahrt, bei der sogar gelegentlich die Sonne zum Vorschein kam.

Montag, 7. April 2014
Brest1Nach einem Wochenende in den Familien bekamen wir am Montag, unserem Wandertag, das berüchtigte bretonische Wetter zu spüren. Doch auch Sturm und Regen hinderten uns nicht an einem Strandbesuch und einer Wanderung auf der Presqu’ île de Crozon. Wer hat schon einmal einen lebenden Hummer in der Hand gehalten? Viele von uns spätestens an diesem Tag bei einem Besuch der Viviers. Dort warten etliche lebende Meerestiere unfreiwillig auf ihren Transport auf die Märkte von Paris.

Dienstag, 8. April 2014
Ein Ausflug zum steinernen Jesus mit Napoléons Gesicht in der Kathedrale von Quimper, der Hauptstadt des Département Finistère, brachte uns der bretonischen Kultur näher. Neben der Kathedrale besuchten wir auch das Musée Breton und den Place du beurre, wo sich eine Crêperie an die nächste reihte.

Mittwoch, 9. April 2014
An diesem Tag erwartete uns eine Umfrage in Brest mit dem Thema „deutsch-französische Beziehungen“. In den Antworten der Franzosen tauchten natürlich die bekannten Klischees von Birkenstocksandalen und dem Oktoberfest auf.

Donnerstag, 10. April 2014
Am letzten Tag vor der Abreise dann endlich die langersehnte Stadtführung, zum Glück auf Deutsch!

Freitag, 11. April 2014
Brest4Abreisetag: Nach einem tränenreichen Abschied von unseren Austauschpartnern und deren Familien begann unsere lange Zugfahrt zurück. In Paris ließen wir unabsichtlich vier Schüler an der Metrostation stehen, die aber auch glücklicherweise mit der übernächsten Metro am Gare de l’Est ankamen. Die weitere Fahrt verlief vergleichsweise ereignislos und wir kamen müde um Mitternacht in Überlingen an.

MERCI BEAUCOUP À NOS DEUX PROFS
MME KRÜGER ET MME THUM-KEHL!!!

C’était vachement cool!