SFZ

Logo_SFZDas Gymnasium Überlingen ist ein Standort des Schüler-Forschungszentrum (SFZ) Südwürttemberg. In Naturwissenschaft und Technik, Informatik oder Mathematik motivierte Schülerinnen und Schüler forschen eigenständig in kleinen Projektteams. Mit ihren Ergebnissen beteiligen sie sich an nationalen oder internationalen Wettbewerben wie "Jugend forscht", dem „RoboCup" oder „Quanta" in Indien.

Eine eigene Werkstatt steht in der Schule zur Verfügung; außerdem unterstützen Partnerfirmen, Hochschulen, ehrenamtliche Experten und drei Fachlehrer unserer Schule die Schülerteams.

Schüler-Forschungs-Zentrum Südwürttemberg gewinnt Zayed Future Energy Prize

Internationale Anerkennung für deutsches Vorzeigemodell der Nachwuchsförderung
Abu Dhabi/Bad Saulgau 18. Januar 2016:

IMG_8422Dem Schüler-Forschungs-Zentrum Südwürttemberg (SFZ) wurde heute im Rahmen der Abu Dhabi-Nachhaltigkeitswoche der mit 100 000 Dollar dotierte Zayed Future Energy Prize der Vereinten Arabischen Emirate verliehen. Zuvor hatte es die schwäbische Bildungseinrichtung unter 1500 Bewerbern weltweit in die Endrunde der besten 14 Schulen geschafft.  Ausgezeichnet wurde die Idee, mit Schülerprojekten ein intelligentes Netzwerk aus funktionsfähigen erneuerbaren Kraftwerken  samt Speichertechnologie aufzubauen. Aus Europa hatte sich neben dem SFZ lediglich das Belvedere College in Dublin (Irland) qualifiziert.
SFZ-Schüler nehmen den Preis persönlich entgegen
Bei der Preisverleihung im Adnec-Konferenzzentrum in Abu Dhabi waren SFZ-Geschäftsführer Tobias Beck und die SFZ-Schüler Jonas Wörner und Julian Haasis persönlich anwesend. „Wir sind überwältigt“, sagt der 15jährige Jonas Wörner vom SFZ Überlingen nach der Übergabe des Zayed Future Enregy Prizes. „Wer wird als Schüler schon nach Abu Dhabi eingeladen und erhält dann auch noch vor einem riesigen Publikum einen solchen Preis?“ Geschäftsführer Tobias Beck sieht den Preis als Bestätigung, mit seinem Ansatz der Nachwuchsförderung auf dem richtigen Weg zu sein. “Wir wussten, dass unsere Projektidee großes Potential hat. Besonders deshalb weil unser Beitrag zu Energiewende nicht nur aus ökologischer Sicht nachhaltig ist“, sagt er. „Die Energiewende wird ein fortwährender Prozess sein. Da reicht es nicht, jetzt eine gute Idee zu haben, es muss genauso viel in die Ausbildung der Ingenieure von morgen investiert werden. Am Schüler-Forschungs-Zentrum geben wir unverbrauchten Schüler-Ideen eine Chance. Ich denke, dass war entscheidend für unseren Gewinn“, fügt er begeistert hinzu.

Einmaliger Ansatz: Bewerbung als Netzwerk
Das Schüler-Forschungs-Zentrum Südwürttemberg (SFZ) hatte sich im Sommer 2015 mit einem Projektvorschlag um den Preis beworben, an dem sich mindestens fünf der acht SFZ- Standorte zwischen Reutlingen und Friedrichshafen beteiligen. Es geht darum, wie die Energiewende zu schaffen ist: Mit Ideen für die Erzeugung regenerativer Energie, vor allem aber mit Lösungen für Speicher- und Verteilermöglichkeiten. Denn was passiert wenn die Sonne scheint wir aber gerade keinen Strom brauchen oder der Wind trotz hohem Energiebedarf gerade nicht bläst?
Der Netzwerkgedanke der deutschlandweit einmaligen Bildungseinrichtung war es, der das Schüler-Forschungs-Zentrum Südwürttemberg (SFZ) auch von anderen Wettbewerbern um den Zayed Future Energy Prize unterschieden hat: Nur als Netzwerk ist das ambitionierte Projekt, mit dem sich das SFZ um den Preis beworben hatte, möglich. Dass es sich dabei aber nicht nur um ein hochgestecktes Ziel handelt, zeigen die umfangreichen Arbeiten, die SFZ-Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren bereits geleistet haben und die nun mit dem Preis gewürdigt wurden.

Schülernetzwerk baut Stromnetzwerk
So haben Jugendliche in Bad Saulgau eine SFZ-eigene Windkraft-Anlage aufgebaut an der sie die Stromerzeugung mittels Windenergie kennenlernen und eigene Forschungen dazu anstellen können. Wer eine Idee hat, den Vorgang effektiver zu gestalten, kann sie dort ausprobieren. Am SFZ-Standort Ochsenhausen haben Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit Studenten der Hochschule Biberach ein Wasserkraftwerk projektiert. Demnächst soll es gebaut werden. Eine Überlinger SFZ-Gruppe hat eine Lösung entwickelt wie der so erzeugte Strom gespeichert werden kann wenn zu viel davon produziert wird. Man nutzt ihn um klimaschädliches CO2 in Methan, den Hauptbestandteil von Erdgas, umzuwandeln. Sein Transport in den bereits bestehenden Leitungen macht den Bau von Hochspannungsleitungen überflüssig. Im vergangenen Jahr wurde die Schülererfindung bereits mit dem Bundessieg bei Jugend forscht ausgezeichnet.

Lukas Locher, Standortleiter des SFZs Überlingen, ist begeistert vom Gewinn des Preises. „Vor allem für die Schüler ist das natürlich eine unglaubliche Auszeichnung für die oft jahrelange Arbeit, die in den Projekten steckt“, sagt er. „Aber auch für die ausnahmslos extrem engagierten Betreuer ist der Preis eine Bestätigung dafür, dass wir mit unserem Ansatz auf dem richtigen Weg sind.“

Wie die dezentral produzierten Strommengen erfasst und verteilt werden, was davon direkt verbraucht und was gespeichert wird – das soll in Zukunft eine intelligente Elektronik steuern. In Ulm arbeiten SFZ-Schüler seit kurzem daran, diesen Netzwerk-Plan umzusetzen. Sie lassen dabei Raum für weitere Schülerideen, wie der Einbindung von Solarmodulen oder einem Mini-Gas-Kraftwerk, das bei Flaute Abhilfe schaffen könnte. Denkbar wäre auch eine automatische Anpassung der Prozesse an die Wettersituation, die in einer SFZ eigenen Station erfasst werden könnte.

Preisgeld ermöglicht Umsetzung vieler Ideen
Trotz aller Vorarbeiten liegt ein großer Teil der Arbeit also noch vor den Machern am Schüler-Forschungs-Zentrum. „Unser Ziel ist es, ein richtiges kleines Forschungsnetzwerk aufzubauen, so wie es in Groß für das Gelingen der Energiewende notwendig wäre“,  sagt SFZ-Geschäftsführer Tobias Beck. „Interessierte Jugendliche sollen sich da einbringen können, wo ihre Interessen liegen und voneinander lernen, unabhängig von Schule oder Noten.“
Das Schüler-Projekt soll beliebig erweiterbar sein, schließlich sei eine nachhaltige Energieversorgung von immer neuen Innovationen abhängig und damit ein ständiger Prozess. Mit dem Preisgeld können Einzelprojekte an den verschiedenen SFZ-Standorten nun verwirklicht und das Gesamtprojekt damit entscheidend vorangebracht werden.

Bekanntheitsgrad steigt
Einen weiteren Vorteil im Gewinn des Preises sieht Tobias Beck in der Steigerung des Bekanntheitsgrades des Schüler-Forschungs-Zentrums Südwürttemberg. Denn neben der öffentlichen Förderung finanziert sich das SFZ etwa zu Hälfte aus Spenden von großen und mittelständigen Unternehmen. „In unserer Region haben bereits viele Firmen erkannt, dass sie mit der Unterstützung des SFZs vor allem in ihre eigene Zukunft investieren“, erklärt Beck. „Der Nachwuchs sollte früh gefördert werden. Wir wollen, dass unsere Angebote weiterhin kostenlos für alle interessierten Jugendlichen sind. Das geht aber nur mit der Unterstützung von Geldgebern aus der Privatwirtschaft.“  Auch der 17 jährige Julian Haasis freut sich auf mehr Aufmerksamkeit für das SFZ. „Deutschland ist Fußball-Weltmeister geworden weil jeder der Jungs schon ganz früh angefangen hat zu spielen“,  erklärt er. „Wer Weltmeister werden will, muss kicken - und wer die Energiewende schaffen will, muss schon früh forschen dürfen. Am SFZ geht das.“

Schüler-Forschungs-Zentrum Südwürttemberg
An den acht Standorten des Schüler-Forschungs-Zentrums Südwürttemberg zwischen Reutlingen und Friedrichshafen forschen, tüfteln und erfinden derzeitig etwa 500 Jugendliche in allen Bereichen der Naturwissenschaften und Technik. Sie werden dort von Lehrern, Studenten und Ehrenamtlichen betreut. Es spielt keine Rolle, welche Schulform die Jugendlichen regulär besuchen und welche Noten sie dort erlangen. Die enge Vernetzung der SFZ-Standorte untereinander sowie mit Schulen, Universitäten und der Industrie stellt Material- und KnowHow-Austausch sicher. Das SFZ finanziert sich durch Spenden und öffentliche Förderung. Alle Angebote sind für die Schülerinnen und Schüler damit kostenlos.

Zayed Future Energy Prize
Der Zayed Future Energy Prize geht auf die Idee von Scheich Zayid bin Sultan al-Nahyan, zurück, einem der Gründerväter der Vereinigten Arabischen Emirate. Jährlich werden mit ihm Innovationen im Bereich von Klimawandel, Energiesicherung und Umweltschutz ausgezeichnet. Er wird in fünf verschiedenen Kategorien verliehen: Großen Unternehmen als Anerkennungspreis, kleineren Unternehmen und Non Profit Organisationen, die mit der Auszeichnung jeweils 1,5 Millionen Dollar erhalten, sowie Bildungseinrichtungen, von denen pro Kontinent jeweils eine Einrichtung einen Betrag von 100 000 Dollar erhält. Weiterhin werden 500 000 Dollar für ein Lebenswerk vergeben. Jede Kategorie wird nach vier Kriterien bewertet: Auswirkung, Innovation, Führungsrolle und langfristige Vision.

www.zayedfutureenergyprize.com/en/Meet-the-2016-Winners

 

Überlinger Schüler mischen in der Weltspitze mit

SFZ-Schüler holen 4. Platz auf weltgrößtem voruniversitären Forschungswettbewerb

Phoenix-Arizona/Überlingen: Jakob Dichgans, Lumen Haendler und Daniel Riesterer vom Schüler-Forschungs-Zentrum (SFZ) Überlingen haben jetzt auf der Intel-International Science and Engineering Fair (Intel-ISEF), dem größten voruniversitären Forschungswettbewerb der Welt,  einen fantastischen 4. Platz in der Kategorie Energy/Chemical belegt.

Die drei waren vorvergangene Woche auf dem Wettbewerb in Phoenix/Arizona mit einer von ihnen entwickelten Methode zur Energiespeicherung unter dem Namen „Power to Gas - an alternative approach“ angetreten. Der vollautomatisierte Prozess nutzt überschüssige Energie aus regenerativen Quellen um klimaschädliches Kohlendioxid in Methan, den Hauptbestandteil von Erdgas, umzuwandeln. Dieses kann im schon jetzt gut ausgebauten Erdgasnetz dorthin transportiert werden wo Energie benötigt wird und vor Ort CO2-neutral wieder in elektrische Energie umgewandelt werden.

Nach ca. dreijähriger Entwicklungsarbeit am Schüler-Forschungs-Zentrum in Überlingen hatten die jungen Männer mit ihrem Methan-Kraftwerk bereits im vergangenen Jahr zunächst national überzeugt und den Bundessieg bei Jugend forscht geholt. Als nur eine von vier deutschen Mannschaften hatten sie sich gleichzeitig für die europäische Ebene von Jugend forscht, den European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) qualifiziert, der im Oktober vergangenen Jahres in Mailand ausgetragen wurde. Dort konnten sie auch die europäische Jury für ihre Methode begeistern und qualifizierten sich schließlich für die in den USA ausgetragene Intel-ISEF.

Zum Wettbewerb begleitet wurden die Tüftler von einem ihrer SFZ-Betreuer, dem Ingenieur Jürgen Späh, der das Projekt zusammen mit dem Pensionär Dr. Bruno Kolb begleitet und betreut hatte. Der zeigte sich nach seiner Rückkehr begeistert: „Der Wettbewerb war wirklich genial und ich bin unglaublich stolz darauf, was die Jungs geleistet haben.“ Die 18 und 19jährigen jungen Männer hatten vor dem Wettbewerb ihre Anlage, mit der sie noch den Jugend forscht-Bundeswettbewerb bestritten hatten, komplett neu aufgebaut, um sie in eine kompaktere und damit transportfähigere Form zu bringen, hatten dabei aber auch die Gelegenheit genutzt, das System weiterzuentwickeln.

Die „Power to Gas-Methode“ ist auch ein zentraler Teil des Energie-Netzwerks, welches zurzeit von Schülerinnen und Schülern im Verbund der acht SFZ-Standorte in Südwürttemberg aufgebaut wird. Für die Idee zu diesem Projekt hatte das Schüler-Forschungs-Zentrum im Januar den Zayed Future Energy Prize der Vereinten Arabischen Emirate erhalten.

Intel-ISEF:
Die Intel-International Science and Engineering Fair (Intel-ISEF) ist der größte voruniversitäre Forschungswettbewerb der Welt. Sie ist nach ihrem Hauptsponsor Intel benannt.
In diesem Jahr haben dort 1760 Teilnehmer aus 77 Ländern insgesamt 1373 Forschungsarbeiten präsentiert.

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v.l.n.r.: Jakob Dichgans, Lumen Haendler, Jürgen Späh, Daniel Riesterer
Foto: SFZ

 

Überlinger Jugend forscht – Bundessieger jetzt auch international auf der Überholspur

Überlingen/Mailand: Beim European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) erkämpften sich Jakob Dichgans, Daniel Riesterer und Lumen Haendler vom Schüler-Forschungs-Zentrum (SFZ) Überlingen jetzt die Qualifikation für den weltgrößten voruniversitären Forschungswettbewerb, der Intel-ISEF 2016

Nach dem Bundesieg der Überlinger Schüler Jakob Dichgans, Daniel Riesterer und Lumen Haendler bei Jugend Forscht reißen sich nicht nur die Medien um die drei Jungforscher vom Schüler-Forschungs-Zentrum in Überlingen. Zusätzlich zum 1. Platz im interdisziplinären Jugend Forscht-Fachgebiet erhielten Sie bei der Siegerehrung im Mai aus den Händen der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Johanna Wanka, die Delegation zum 27. European Union Contest for Young Scientists (EUCYS).

Vergangene Woche waren die drei nun als eins von nur vier deutschen Teams nach Mailand gereist, um sich dort auf europäischer Ebene mit den besten Schülern Europas beim EUCYS zu messen. Der EUCYS dient dazu, junge Wissenschaftler zusammenzubringen, Ihnen die Möglichkeit des Austausches Ihrer Ideen zu geben, sie aber auch im Wettbewerb gegeneinander antreten zu lassen.

„An internationalen Wettbewerben teilnehmen zu dürfen, ist nicht nur ein tolles Erlebnis für die Schüler, so eine Veranstaltung zeigt ihnen auch, wo sie international stehen und wo sie sich noch verbessern können“, sagt Dr. Bruno Kolb, der die jungen Männer am SFZ-Standort Überlingen zusammen mit Dipl. Ing. Jürgen Späh mehrere Jahre lang betreut hat.

Die Schüler hatten in den vergangenen drei Jahren eine Anlage entwickelt, die das Kohlendioxid aus Industrieprozessen in Methan, den Hauptbestandteil von Erdgas, umwandelt. Der voll automatisierte Prozess dient der Energiespeicherung, da überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen für die Umwandlung verwendet werden kann. Der Energieträger Methan wird dann im bereits bestehenden Erdgasnetz zum Zielort transportiert.

Energiespeicherkonzept überzeugt internationale Jury

Offenbar hat diese Arbeit nun auch die Jury des EUCYS überzeugt, die sich aus Ingenieuren und Wissenschaftlern der gesamten europäischen Union zusammensetzte. Die Überlinger wurden mit einem Sonderpreis bedacht: der Delegation zur Intel-ISEF, der Intel-International Science and Engineering Fair, dem größten voruniversitären Forschungswettbewerb der Welt. Die etwa 1500 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler qualifizieren sich dafür vorher in nationalen Wettbewerben.

Damit erfüllt sich der größte Wunsch der Überlinger Schüler, die nach dem Bundessieg bei Jugend forscht noch die Hürde des europäischen Wettbewerbs nehmen mussten, um nun an der Intel-ISEF teilnehmen zu dürfen. „Die Delegation zur Intel-ISEF war von Anfang an unser favorisierter Preis beim EUCYS“, sagt Jakob Dichgans, „aber bei der starken Konkurrenz aus den anderen Ländern haben wir nicht zu hoffen gewagt, das tatsächlich zu schaffen. Die Freude, das doch erreicht zu haben, ist daher unbeschreiblich.“

Bis zur ISEF im Mai 2016, die in Phoenix/Arizona stattfindet, haben die jungen Männer nun noch etwas Zeit, ihre Anlage mit Unterstützung von Dipl. Ing. Jürgen Späh weiter zu optimieren. Während Jakob Dichgans und Daniel Riesterer im Frühjahr diesen Jahres den Landes- und Bundeswettbewerb Jugend forscht zwischen ihre Abiturprüfungen quetschen mussten, steht im kommenden Jahr Lumen Haendler vor der Herausforderung, Wettbewerb und Abi hintereinander zu bringen. Das Schüler-Forschungs-Zentrum in Überlingen bietet ihnen weiter die Gelegenheit, sich neben ihrem normalen Alltag als Schüler und Studenten regelmäßig zu treffen und weiter zu tüfteln. Ihr Betreuer, der ehrenamtlich arbeitende, pensionierte Chemiker Dr. Kolb plant unterdessen bereits die nächsten Schüler-Projekte am SFZ-Überlingen.

 „Jugend forscht“: Überlinger Schülerforschungszentrum holt Bundessieger und zweiten Platz

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Riesenerfolg für sechs Schüler aus Überlingen, Owingen und Sipplingen: Bundessieger im „interdisziplinären Fachbereich“ wurden Jakob Dichgans, Daniel Riesterer und Lumen Haendler. Den zweiten Platz im Bereich Technik holten sich Johannes Bier, David Lippner und Julian Mock.

„Ein guter Versuch ist mehr als ein glücklicher Zufall“ – dieses Zitat aus dem Grußwort von Bundespräsident Joachim Gauck beschreibt nicht nur die Idee, die hinter der Entstehung des traditionsreichen Wettbewerbs Jugend forscht steht – sie könnte auch nicht besser den Erfolg der sechs jungen Männer vom gerade erst eingeweihten Schülerforschungszentrum (SFZ) Überlingen beim Jugend forscht-Bundeswettbewerb beschreiben. So Konstanze Nickolaus vom SFZ.

Als Baden Württembergische Landessieger in den Bereichen Chemie und Technik waren sie angereist – als Bundessieger im interdisziplinären Fachbereich und als Zweitplatzierte im Bereich Technik kamen sie nach Hause. Außerdem erhielten die Bundessieger Jakob Dichgans, Daniel Riester (beide Gymnasium Überlingen) sowie Lumen Haendler (freie Waldorfschule Überlingen) als eine von drei der insgesamt 113 teilnehmenden Gruppen die Einladung zum European Union Contest for Young Scientists (EUCYS) und den damit verbundenen Europapreis der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Dichgans und Haendler kommen aus Überlingen, Haendler aus Sipplingen.

Ihren Preis nahmen die drei erfolgreichen Nachwuchsforscher aus den Händen der Bundesministerin für Bildung und Forschung Johanna Wanka entgegen, die sich beeindruckt zeigte von der „forschenden Hartnäckigkeit der Jungforscher“. Die Jury aus hochrangigen deutschen Wissenschaftlern würdigte mit dem Bundessieg „die ausgezeichnete Kombination von Wissen aus den Bereichen Chemie, Technik, digitale Steuerung und Softwareentwicklung – aber auch die Teamkompetenz der drei Schüler. Die Preisverleihung im Feierabendhaus der BASF in Ludwigshafen am Rhein, erwies sich dabei als außerordentlich spannend, wie Konstanze Nickolaus weiter beschreibt. Traditionell werden die Platzierungen bis zum zweiten Platz bereits am Vorabend der Abschlussveranstaltung bekanntgegeben. Dort hatten die drei bereits als zusätzlichen Sonderpreis je ein Stipendium für ein Studium an einer der Universitäten der Bundeswehr erhalten. Da sie an diesem Abend jedoch noch nicht unter den Platzierten waren, machte sich natürlich so etwas wie Hoffnung auf den Bundessieg breit. „Nachdem der Bundessieg in Chemie dann aber anderweitig vergeben wurde, waren wir zunächst schon etwas enttäuscht, gar keine Platzierung erreicht zu haben“, gab Jakob Dichgans im Anschluss an die Preisverleihung zu. „Die Freude über den Sieg im interdisziplinären Fachgebiet war dann aber umso größer.“
Der Bundessieg für die beste interdisziplinäre Arbeit spiegele umso besser die Komplexität des Projektes der Überlinger Schüler wider, verdeutlich Nickolaus. „Power to gas“ ist eine Methode, mit der überschüssiger Strom aus regenerativen Quellen, etwa aus Windenergie, genutzt werden kann, um aus Wasser und dem bei Industrieprozessen anfallendem Kohlendioxid Methan, den Hauptbestandteil von Erdgas, herzustellen. Dieses kann dann in bereits bestehenden Erdgasleitungen weiter transportiert werden. Um dieses Projekt zu realisieren brauchten die drei Schüler nicht nur das entsprechende chemische Knowhow sondern auch entsprechendes Wissen in der digitalen Steuerung und Softwareentwicklung – eben interdisziplinäre Kenntnisse.
Die zweite Überlinger Gruppe, bestehend aus Johanes Bier (Überlingen, Elektronik-Schule Tettnang), David Lippner (Owingen-Taisersdorf, Gymnasium Überlingen) und Julian Mock (Owingen, Freie Waldorfschule Überlingen) hatte bereits am Abend vor der Abschlussfeier von ihrem zweiten Platz erfahren. Ihr selbst gebauter Roboter kann seine Position durch das Zusammenspiel von Messdaten eines Laserscanners mit Daten, die durch Schätzung der Position durch den Radantrieb erfasst werden, autonom bestimmen.

Der Betreuer, der Leiter des Schülerforschungszentrums (SFZ) Überlingen, Lukas Locher, zeigte sich nach dem Wettbewerb mehr als glücklich. „Die Erfolge der Schüler sind großartig und werden sie ein Leben lang begleiten.“ , sagte er stolz. Ihn selbst habe der Wettbewerb ebenfalls motiviert, genau so weiterzumachen: Schüler dabei zu unterstützen, ihre eigenen kreativen Ideen umzusetzen und in den Räumen des SFZ-Überlingen da weiterzumachen, wo ihr Interesse über den in der Schule vermittelten Stoff hinausgeht. Auch Bruno Kolb, ehemaliger Mitarbeiter in der Entwicklungs-Abteilung der Firma Perkin Elmer in Überlingen, der als ehrenamtlicher Pensionär am SFZ-Überlingen die jetzigen Bundessieger betreut hat, denkt noch lange nicht ans Aufhören. „Ich hoffe, noch mit vielen motivierten Schülern arbeiten zu dürfen und viele Ideen umsetzen zu können, die noch in den Köpfen der Schüler und in meinem entstehen“, sagte er hochmotiviert, als er die zahlreichen Glückwünsche für seine hervorragende Betreuungsarbeit entgegennahm.

Schülerteam schlägt 14 Universitäten...

FieldRobotEvent 2012 Worldchampionchips Floriade, Venlo (NL)

Schülerteam schlägt 14 Universitäten...

Team Idefix (Long Hoang, Jakob Frick, David Lippner, Marcel
Kosiedowski, Lukas Locher, Timo Widmaier)  vom SFZ / Gymnasium
Überlingen erreicht folgende Platzierungen:

Overall: 3.
Basic Navigation Task: 3.
Advanced Navigation Task: 2.
Freestyle Task: 3. (with Turkey)

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